Heute hat die Schweiz Geburtstag.
Zeit, um sich daran zu erinnern, was unser Land ausmacht. Spreche ich mit Menschen aus dem nahen europäischen Umfeld, so höre ich immer wieder, wie sie unsere direkte Demokratie bewundern. Unser System, das jedem und jeder Einzelnen ermöglicht, sich einzumischen, mit zu reden und sich für Themen zu engagieren. Dieses System ist in der Tat einzigartig. In diesem Land kann eine kleine Gruppe Menschen, ja fast schon eine einzige Person ihr Anliegen bis in die höchste Politik einbringen. Und sofern die Mehrheit es für gut befindet, sogar an der Urne erfolgreich sein.
Aber wir müssen uns auch bewusst sein, dass dieses System der direkten Einmischung auch eine Leistung von uns Bürgern erfordert. Wir müssen uns nämlich einmischen wollen. Tun wir dies nicht, geht genau wie überall sonst auch, alles seinen gewohnten Gang. «Die da oben» entscheiden für uns, sie tun es auch, weil es sonst niemand tut. Weil sich eben niemand einmischt.
Wir müssen zu unserem System Sorge tragen. Wir müssen unseren jungen Leuten erklären, weshalb es wichtig ist, sich für ein Thema zu engagieren, sich einzubringen, mit zu machen, statt nur dabei zu sein. Die meisten politischen Entscheide die heute gefällt werden, betreffen die jungen Leute weit mehr als die älteren Menschen. Es ist darum wichtig, dass sie sich einmischen.
Am 1. August feiert die Schweiz ihren Geburtstag. Doch nur, wenn auch in den nächsten Jahrzehnten die Schweizer mitbestimmen, abstimmen, sich einmischen – nur dann wird die Schweiz bleiben, was sie ist – ein wunderbares Land mit grossartigen Möglichkeiten für Menschen, die gerne mitgestalten möchten.
In diesem Sinne wünsche ich Ihnen allen einen schönen 1. August.